Wie werden Lastenräder genutzt? Dieser Frage widmete sich der vorherige Blogbeitrag zur Auswertung unserer Online-Befragung. Nun gehen wir der Frage nach, was die Befragten von Lastenrad-Sharing halten und wie dieses funktionieren kann.

Wir vergleichen dabei die Ansichten von verschiedenen Gruppen von Lastenrad-NutzerInnen: Nicht-BesitzerInnen und BesitzerInnen, die schon Erfahrung mit Lastenrad-Sharing haben sowie BesitzerInnen, die ihr Lastenrad bisher noch nicht teilen. Unter jenen, die ein Lastenrad besitzen, teilen 56% ihr Rad mit anderen Personen. Aber auch ein Teil der übrigen 44% steht Sharing relativ offen gegenüber, wie folgende Abbildung zeigt:

Umgekehrt haben wir auch Personen, die kein Lastenrad besitzen nach ihrem Interesse bezüglich Ausleihe befragt. Eine große Mehrheit der Befragten würde dieses Angebot nutzen, allerdings nur gelegentlich oder selten. Dies dürfte auch damit zu tun haben, dass sich bei häufiger Nutzung eher die Anschaffung eines eigenen Lastenrades auszahlt.

      

Organisation des Sharings

Wer ist eigentlich in das Sharing von Lastenrädern involviert? BesitzerInnen, die ihr Lastenrad schon teilen, tun dies vorwiegend mit Personen aus der Familie bzw. dem Bekanntenkreis. Ein ähnliches Bild zeigt sich unter jenen Lastenrad-BesitzerInnen, die offen gegenüber Sharing sind, aber ihr Lastenrad selbst noch nicht geteilt haben. Bevorzugt würde man das Lastenrad an Personen verleihen, die man schon kennt – also Personen aus der Familie oder dem Bekanntenkreis.

Woher hatten Personen das Lastenrad ausgeborgt, die zwar schon eines verwendet haben, aber selber keines besitzen? Hier zeigt sich die Bedeutung von verschiedenen Lastenrad-Initiativen, wie beispielsweise den freien Lastenrädern. Eine untergeordnete Rolle spielen (bisher) hingegen Online-Plattformen, Fahrradhändler bzw. Verleiher sowie automatische Fahrradverleihsysteme, wie es sie bereits vielerorts gibt.

Dementsprechend zeigen sich auch Unterschiede, wie die Ausleihe vereinbart wurde. BesitzerInnen, die schon teilen, nutzen eher traditionelle Kommunikationswege wie persönliche oder telefonische Vereinbarung sowie E-Mail oder SMS. Jene, die Lastenräder ausleihen, nutzen hingegen zu einem größeren Anteil Buchungssysteme. Die Ergebnisse der BesitzerInnen, die noch nicht teilen, sind mit Vorsicht zu betrachten, da hier die Stichprobengröße sehr gering ist.

Sharing mit oder ohne Gegenleistung?

Das Teilen der Lastenräder läuft bisher weitgehend ohne Gegenleistungen ab – und wenn, dann findet diese eher in nicht-monetärer Form statt. Andererseits besteht unter Personen, die an der Ausleihe eines Lastenrads interessiert wären, durchaus eine gewisse Zahlungsbereitschaft. Ein großer Teil der Befragten wäre bereit, zwischen einem und fünf Euro pro Stunde zu bezahlen.

Wie die Ergebnisse der Online-Befragung zeigen, besteht durchaus eine Bereitschaft und Interesse am Teilen von Lastenrädern. Online-Plattformen spielen dabei allerdings noch eine untergeordnete Rolle, derzeit wird v.a. im Familien- und Bekanntenkreis oder über Lastenrad-Initiativen geteilt. Dementsprechend unterschiedlich fallen die genutzten Kommunikations- und Buchungsmechanismen aus. Aktuell wird das Sharing überwiegend ohne Gegenleistungen oder nur mit Gegenleistungen in nicht monetärer Form betrieben, wobei durchaus eine gewisse Zahlungsbereitschaft besteht.

Und wie steht ihr dem Teilen von Lastenrädern gegenüber? Lasst uns gerne eure Meinung wissen, wir freuen uns über regen Austausch in den Kommentaren!

Kategorien: Allgemein

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